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Die
Wahl des Kreditinstituts |
Die Wahl des Kreditinstituts Um sich in Geldfragen einem finanzberatenden Partner anzuvertrauen bedarf es einer eingehenden Prüfung. Auf die Frage, welches Kreditinstitut das richtige für das eigene Girokonto ist, gibt es leider keine allgemeingültige Antwort. Diese Entscheidung hängt vielmehr davon ab, welche Vorteile für den Einzelnen von besonderer Bedeutung sind. Bei der Wahl einer Bankverbindung dienen folgende Kriterien als Orientierungshilfe: Kosten
für die Kontoführung: Problematisch sind die vielen verschiedenen
Abrechnungs- |
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Kontoführungspreise werden auf sehr unterschiedliche Weise berechnet, zum Beispiel:
- als Grundpreise oder Pauschalpreise
- als Preise für die einzelnen Buchungsvorgänge, mit oder ohne Freiposten. Vorsicht vor
tückischen Preistafeln: Wird eine bestimmte Zahl von Buchungen überschritten, so führt
eine einzige weitere Kontobewegung in die nächsthöhere Preisgruppe.- als Preise für Kontoauszüge, unterschieden danach, ob Tages- oder Sammelauszüge,
ob am Schalter oder am Kontoauszugsdrucker ausgegeben, ob Selbstabholung oder
Zustellung vorgesehen ist.- mit einheitlichen oder unterschiedlichen Sätzen je nach Geschäftsvorfall, zum Beispiel
für Lastschriften, Überweisungsgutschriften, Überweisungsaufträge.- mit unterschiedlichen Sätzen für einzelne Aspekte einer Dienstleistung
Höhere Preise können insbesondere auf Kunden von Direktbanken zukommen, da auch die Kosten für die Korrespondenz, Telefon und für die Nutzung der Geldautomaten anderer Geldinstitute hinzukommen.
Aufschluß
über die Kosten der Kontoführung geben entsprechende Vergleiche, die
bei
Verbraucher-Zentralen oder in der Fachpresse (Zeitungen und Zeitschriften)
für
Interessenten einsehbar sind. Diese Tests arbeiten in der Regel mit sogenannten
Modell-
oder Musterkonten, es kann auch eine persönliche Zuordnung zur Nutzungshäufigkeit
von
Bankleistungen erfolgen, z.B. hat die Stiftung Warentest Profile typischer Girokontonutzer
entwickelt, unterteilt in Wenig-, Normal- und Vielnutzer oder PC-Nutzer. Nach
Berechnungen der Stiftung Warentest lohnt sich beispielsweise ein Pauschalangebot
erst ab etwa 160 Buchungen im Jahr. Des weiteren ist zu klären, ob bestimmte
Kundengruppen (Auszubildende, Studenten) von Gebühren befreit sind.
- Höhe der Überziehungs- und eventuell der Guthabenzinsen
- Erreichbarkeit der Zweigstelle
- Service, Beratungsqualität, persönlicher Kontakt jeweils in Bezug auf die eigenen
Erwartungen, wobei sich diese Bankdienstleistungen nicht nur auf das Girokonto beziehen,
sondern auf die gesamten Bankgeschäfte.
- Technische Ausstattung (Anzahl und Verteilung der Geldautomaten, Angebot von Home-
und Telebanking), um auch außerhalb der Öffnungszeiten der Bank, rund um die Uhr,
Überweisungen, Bargeldabhebungen, Kontoauszugsdrucker und Daueraufträge erledigen
zu können.
- Auslandsüberweisungen: Obwohl es in Europa einen gemeinsamen Markt auch für
Bankgeschäfte gibt, wird der grenzüberschreitende Zahlungsverkehr in der Praxis weder
einheitlich noch kostengünstig gehandhabt. Überweisungen über Grenzen hinweg nehmen
erhebliche Zeit in Anspruch - manchmal verschwinden sie sogar vollständig - und sind mit
hohen Kosten verbunden. Bei Auslandsüberweisungen fallen unverhältnismäßig hohe
Gebühren an, so daß die Kosten für Überweisungen im Durchschnitt 15 % der Überwei-
sungssumme betragen..
WICHTIG: Um sich durch den Kostendschungel beim Auslandszahlungsverkehr finden zu können, ist es sinnvoll, sich bei mehreren Instituten nach der besten Zahlungsform und den geringsten Kosten zu erkundigen.
TIP: Eine kostengünstige Alternative zur Auslandsüberweisung bietet der Eurocheque als Verrechnungsscheck. Die Gebühren betragen rund 1,75 % der Schecksumme. Bis zu einem Wert von 1000 Ecu, in DM knapp 2000, wird der Scheck über das Eurocheque-System abgerechnet. Allerdings reicht die Zahlungsgarantie nur bis zur nationalen Höchstsumme.
Wer haftet für Schäden bei Zahlungen ins Ausland?
Berät ein Geldinstitut seinen Kunden fehlerhaft, ist es möglicherweise verpflichtet, Schadenersatz zu leisten, so ist zum Beispiel eine Bank dazu verpflichtet, auf die Risiken einer bestimmten Form des Geldtransfers ins Ausland aufmerksam zu machen.
Grundsätzlich gilt es zu entscheiden, welche Gesichtspunkte für jeden persönlich wichtig sind und anschließend eine individuelle Prioritätenliste relevanter Aspekte aufzustellen. Es kann praktische Vorteile haben, beispielsweise im Bereich der Anlage- und Kreditge-schäfte, Geldgeschäfte auf verschiedene Banken zu verteilen, auch wenn dies höhere Kosten nach sich zieht.
Wenn ein eingeräumter Überziehungskredit häufiger oder in größerem Umfang in Anspruch genommen wird, sollte insbesondere die Höhe der Überziehungszinsen, in Prozent angegeben, verglichen werden, denn gerade bei den Überziehungszinsen gibt es erhebliche Unterschiede, derzeit von 7,50 bis 13,50 %. Bei häufigen Guthaben auf dem Girokonto - noch dazu in größeren Beträgen, lohnt es sich auf einen möglichst hohen Guthabenzinssatz zu achten.
Allerdings ist hierbei das Augenmerk auf das Kleingedruckte zu lenken, denn dort gibt es vielfach Einschränkungen, zum Beispiel für Sockelbeträge, Mindestguthaben oder ähnliches. Meist räumen Direktbanken besonders günstige Zinssätze für kurzfristige Guthaben ein.
Neuerdings wird nicht nur Firmen, sondern auch Privatkunden ein Saldenausgleich gewährt. Ein Saldenausgleich begünstigt Inhaber von gleichzeitig mehreren Konten, die sich mal im Soll, mal im Haben befinden, indem nur dann ein Überziehungszins fällig wird, wenn auf diversen Konten insgesamt ein Minus besteht. Den Saldenausgleich kann man bei der Bank beantragen.
Für welche Institutsgruppe man sich entscheidet, ob eine Sparkasse, Privatbank, Postbank oder eine Volks- und Raiffeisenbank, hängt sehr von persönlichen Vorlieben und Präferenzen ab. Die Leistungen der einzelnen Geldunternehmen sind in bezug auf Girokonten im wesentlichen gleich.